
Liebe Lea, ich möchte Dir ganz herzlich danken, das Du die Erste bist, die sich für diese Reihe zur Verfügung gestellt hast.
Bücherwurm: Bitte stell dich einmal kurz vor, für all diejenigen, die dich bis jetzt noch nicht kennen.

Quelle: Lea Korte
Lea Korte: Am besten erzähle ich erst einmal, wie ich lebe: Ich bin verheiratet, habe zwei Kinder (9 und 13), einen reichlich verrückten Hund und eine nicht viel normalere Katze. Seit etwa 18 Jahren lebe ich überwiegend in Spanien.
Meine große Liebe – außer meiner Familie und dem Schreiben – ist das Meer. Für mich gibt es keinen schöneren Ort als einen Strand – wobei das bei mir höchst selten in Sonnenbaden ausartet. Dafür fehlt mir die Geduld. Aber ich gehe gern schwimmen und liebe es, meine Manuskripte oder Fachbücher am Strand oder im Strandcafé zu lesen.
Meine Hobbies sind ziemlich deckungsgleich mit meinem Beruf: Ich lese gern, interessiere mich für Geschichte und Psychologie und finde, es gibt nicht Schöneres, als sich Geschichten und neue Welten auszudenken. Ohne das Schreiben würde mir nicht nur etwas fehlen – ich käme mir regelrecht amputiert vor. Und seit ich mit den historischen Romanen angefangen habe, fesselt mich das Schreiben sogar noch mehr.
Darüber hinaus spiele ich gern Klavier und bedauere, dass ich schon seit einigen Jahren keine Zeit mehr zum Malen haben. Aber der Tag hat ja leider, leider, leider nur 24 Stunden!
Bücherwurm: Wie würdest Du dich selbst beschreiben?
Lea Korte: Vielleicht einfach in drei Worten? Humorvoll, diszipliniert und freidenkend.
Bücherwurm: Wie kam es, das Du mit dem Schreiben begonnen hast?
Lea Korte: Mit zwölf habe ich „beschlossen“, dass ich Schriftstellerin werden will – gerade so, wie andere in dem Alter Tierarzt, Astronaut oder Bundeskanzler werden wollen. Ich war schon damals eine absolute Leseratte und dachte, es müsse toll sein, nie etwas anderes tun zu müssen, als immer nur zu lesen und zu schreiben – und das finde ich noch immer.
Natürlich hatte ich damals noch keine Vorstellung davon, wie schwierig es ist, einen Verlag für ein Buchprojekt zu gewinnen oder gar vom Schreiben zu leben, aber meine Mutter hatte es und bestand darauf, dass ich erst einmal das Abitur mache und etwas studiere, worauf ich im Notfall zurückgreifen könnte. Das habe ich dann auch getan, aber als ich mein Diplom in der Tasche hatte, bin ich direkt zum Schreiben übergegangen. Ich hatte das große Glück, auf Anhieb einen guten Agenten zu finden, mit dem ich auch heute noch zusammenarbeite. Inzwischen habe ich sieben Bücher geschrieben und diese dank seiner Hilfe auch alle in renommierten Verlagen veröffentlichen können. Wie man sieht, müssen die Träume, die man als Kind hat, nicht Träume bleiben …
Bücherwurm: Von Dir liegen mittlerweile 2 historische Romane vor. “Die Nonne mit dem Schwert” und “Die Maurin”. Kannst Du kurz zu beiden was erzählen?
Lea Korte: Dann fange ich am besten einmal mit „Die Nonne mit dem Schwert“ an. Dieser Roman spielt in Spanien, im 17.Jahrhundert. Der Klappentext dazu ist:
„Die 15jährige baskische Adlige Catalina de Erauso wird von ihren Eltern ins Kloster gesteckt, doch kurz vor der Weihe gelingt ihr die Flucht in die Freiheit. Schnell merkt Catalina, dass sie in der Welt als Frau nicht überleben kann. Sie verkleidet sich als Mann – ein unverzeihlicher Frevel im Zeitalter der Inquisition – und lässt sich ein auf ein Leben voller Gefahren, das sie bis nach Südamerika führt. Sie sucht dort ihren Geliebten, der von ihrer wahren Identität selbst dann noch nichts ahnt, als sie Seite an Seite mit ihm in der königlichen Armee kämpft …
Der Roman einer mutigen Frau, die das Unmögliche wagte und deren Leben ein einziges Abenteuer war.“
Was leider in dem Klappentext nicht zu lesen war, ist, dass er auf der Autobiografie der Catalina de Erauso beruht. Alles, was der „Nonne“ Catalina in meinem Roman widerfährt, ist historisch belegt – auch, dass sie in ihrem Leben ziemliches Glück hatte, denn sonst hätte sie all das, was ihr widerfährt nie überleben können. Aber ob sie am Schluss nicht doch noch auf dem Scheiterhaufen landet, kann ich hier natürlich nicht verraten.
„Die Maurin“ ist mein neuster Roman. Er spielt in Andalusien und in Al-Andalus im 15. Jahrhundert. Auch hier erst einmal der Klappentext:
„Zwischen Mauren und Christen toben erbitterte Kämpfe – Kämpfe, die auch das Leben der jungen Zahra nicht unberührt lassen. Als Hofdame und enge Vertraute Aischas, der Hauptfrau des Emirs, gerät sie in ein grausames Spiel aus Intrigen und rücksichtslosen Machtkämpfen. Dann verliebt sie sich ausgerechnet in den Kastilier Gonzalo – eine Liebe, die sie in tödliche Gefahr bringt …
Eine spannende historische Epoche und eine verbotene Liebe“
Während die „Nonne“ um die historische Figur Catalina de Erauso kreist, erzählt dieser Roman von der fiktiven Zahra as-Sulami und ihrer Familie und zugleich auch die letzten fünfzehn Jahre der Reconquista, der Wiedereroberung des (südlichen) Teils der Iberischen Halbinsel, fact und fiction also.
Bücherwurm: Wie bist Du auf die Idee gekommen, historische Romane zu schreiben?
Lea Korte: Zuvor habe ich unter einem anderen Pseudonym und für einen anderen Verlag Frauenromane geschrieben, aber historische Romane haben mich schon immer gereizt – und ich habe sie auch schon immer am liebsten gelesen. Ich finde es herrlich, dank eines historischen Romans in vergangene Zeiten „abtauchen“ zu können, weil man sich dabei nicht nur Wissen über diese Zeiten aneignet, sondern für eine Weile wirklich in dieser Zeit lebt. Und wenn ich meine historischen Romane schreibe, geht mir das genauso!
Bücherwurm: Möchtest Du auch mal etwas anderes schreiben? Und wenn ja, was genau?
Lea Korte: Ein Thriller würde mich reizen, und zwar sehr. Wenn das Grauen in den normalen Alltag einzieht … Das hat einfach was! Ein paar Ideen kreisen mir hierzu schon seit einiger Zeit im Kopf herum, mal sehen, was daraus wird!
Bücherwurm: Gibt es schon ein neues Projekt, an dem Du arbeitest? Kannst Du dazu schon etwas sagen?
Lea Korte: Ich arbeite derzeit an zwei neuen Projekten „zugleich“, bzw. natürlich eher abwechselnd. Zum einen an einem neuen historischen Roman, der wiederum in Kastilien spielen wird und wohl um das Thema maurischer Muslime, christlicher Kastilier und Juden kreisen wird – und zum anderen plane ich tatsächlich einen Thriller.
Bücherwurm: Wie sieht Dein Arbeitsablauf aus, wenn Du an einem neuen Buch sitzt?
Lea Korte: Kaum sind die Kinder aus dem Haus, sitze ich auch schon vor dem PC. Nach dem „Warmschreiben“ durch das Beantworten meiner Mails oder Facebook- und Twitternachrichten schreibe ich dann. In der Regel zwinge ich mich, wenigstens sieben Seiten am Tag zu schreiben, aber zuvor überarbeite ich immer die Seiten der letzten ein bis zwei Tage.
Für die historischen Romane ist natürlich auch viel(!!!) Recherchearbeit nötig. Das Gros davon mache ich, bevor ich mit dem Schreiben anfange, aber auch beim Schreiben gibt es oft genug noch Dinge, die man recherchieren muss. Aber wenn ich erst einmal mit einem Buch angefangen habe, stehen diese sieben Seiten schon ganz oben auf meiner Liste. Zur Not muss die Nacht zum Recherchieren herhalten.
Derzeit habe ich auch einige Leserunden laufen, so dass auch dies Teil meiner Arbeit ist. Der Kontakt mit den Lesern ist mir sehr, sehr wichtig – und das war auch der Hauptgrund für mich, mich bei facebook und twitter „einzuklinken“.
Bücherwurm: Du lebst ja in Spanien. Kannst du erzählen wie es dazu kam?
Lea Korte: Die Geschichte, wie es dazu kam, ist schnell erzählt: Mit 12 war ich mit meinen Eltern zum ersten Mal am spanischen Mittelmeer und habe mich dort dermaßen wohl gefühlt, dass ich „entschieden“ habe, dass ich „später“ genau dort und nirgendwo sonst leben wollte. Und dann habe ich das nach meinem Studium einfach auch gemacht.
Bücherwurm: Wie geht deine Familie mit deiner Arbeit um?
Lea Korte: Im Großen und Ganzen tangiert sie meine Arbeit nicht wirklich, da ich mir meine Zeit so einteile, dass ich dann arbeite, wenn die Kinder in der Schule, mit Freunden oder meinem Mann unterwegs sind. Nur vor der Buchabgabe kann es einmal ein bisschen stressig werden, aber das akzeptieren sowohl die Kinder als auch mein Mann ohne jedes Murren.
Bücherwurm: Und zum guten Schluss, was liest Du persönlich gerne? Hast Du einen oder sogar mehrere Lieblingsautoren? Welche Genre bevorzugst Du?
Lea Korte: Der historische Roman hat es mir auch als Leser angetan. Meine Lieblingsautorin ist Rebecca Gablé wegen ihrer, wie ich finde, genialen Kombination von „facts and fiction“. Einen ähnlichen Weg habe ich bei „Die Maurin“ ja nun auch beschritten. Aber es gibt natürlich auch noch viele Autoren, die ich sehr gern lese: Andrea Schacht, Titus Müller, Charlotte Lyne und Ken Follett sind nur einige davon.
Außerdem lese ich auch gern Romane aus anderen Genren: Psychothriller zum Beispiel. Da greife ich am liebsten zu Minette Walters, Petra Hammesfahr und wer noch? Ja, klar: Sebastian Fitzek!
Vielen lieben Dank nochmals das Du Dich zu diesem Interview bereit erklärt hast und wünsche Dir auch weiterhin ganz viel Erfolg.
Nun zum guten Abschluß des ersten kurz & bündig Interviews hat die liebe Lea mir ein Exemplar zu “Die Maurin” zur Verfügung gestellt, das ich verlosen darf. Lest hierfür die Leseprobe und hinterlasst mir bei den Kommentaren zu diesem Beitrag eine Kurzrezension. Unter allen Einsendern, die bis einschließlich dem 04.03.10 etwas hinterlassen, werde ich dann den Gewinner ziehen. Drücke allen schon jetzt die Daumen. Macht fleissig mit!!!!
Für aktuelle Infos schaut auf Leas Homepage und Blog vorbei, oder folgt ihr auf Twitter. Aktuelles gibt es auch auf ihrer Facebook Fan-Seite Lea Korte Historische Romane.
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